Frühzeitig nach dem Entlassmanagement fragen
Die Freude auf zu Hause ist oft groß. Gleichzeitig kann nach einer Behandlung vieles anders sein als vorher. Sprechen Sie deshalb möglichst früh mit dem Stationsteam oder dem Sozialdienst darüber, welche Unterstützung nach der Entlassung nötig sein könnte. Beschreiben Sie die tatsächliche Wohn- und Betreuungssituation, auch wenn Angehörige nicht täglich verfügbar sind.
Für gesetzlich Versicherte gehört das Entlassmanagement zur Krankenhausbehandlung. Es soll den Übergang in die weitere Versorgung unterstützen. Gemeinsam wird geprüft, ob beispielsweise ein Pflegedienst, Hilfsmittel, eine Rehabilitation oder eine vorübergehende andere Versorgung benötigt werden. Angehörige können auf Wunsch einbezogen werden. Notieren Sie die zuständige Kontaktperson und den geplanten Entlassungstermin.
Die ersten Tage konkret organisieren
Eine Anfrage ist noch keine bestätigte Versorgung. Klären Sie deshalb, ob ein benötigter Dienst den Einsatz zugesagt hat, wann der erste Besuch stattfindet und wer die Zeit dazwischen abdeckt. Stimmen Sie die Rückfahrt und die Ankunft mit den beteiligten Personen ab. Benötigte Hilfsmittel sollten rechtzeitig organisiert werden; ihre Auswahl und Verwendung gehören in die fachliche Beratung.
Auch der gewöhnliche Alltag braucht einen Plan: Wer besorgt Lebensmittel, öffnet die Wohnung, übernimmt notwendige Wege oder ist für Rückfragen erreichbar? Gehen Sie gedanklich den ersten Abend und den nächsten Morgen durch. Das hilft, organisatorische Lücken sichtbar zu machen, bevor sie im Alltag zum Problem werden.
Unterlagen und weitere Termine zusammenstellen
Am Entlassungstag sollten die Informationen für die Weiterbehandlung vorliegen. Lassen Sie sich Unklarheiten noch im Krankenhaus erklären. Besonders bei geänderten Medikamenten ist wichtig, dass der aktuelle Plan verständlich ist. Ändern Sie die Behandlung nicht eigenständig, sondern klären Sie offene Fragen mit den behandelnden Fachpersonen.
- Arztbrief beziehungsweise vorläufigen Entlassbrief und aktuellen Medikationsplan mitnehmen.
- Klären, welche Rezepte und Verordnungen ausgestellt wurden und wie lange sie gelten.
- Sicherstellen, dass notwendige Medikamente und Materialien für den Übergang verfügbar sind.
- Nachsorgetermine, weitere Verordnungen und zuständige Praxen festhalten.
- Eine erreichbare Kontaktperson für Rückfragen nach der Entlassung notieren.
Offene Versorgungslücken vor der Entlassung ansprechen
Krankenhausärztinnen und -ärzte können bestimmte Leistungen für einen begrenzten Übergangszeitraum verordnen. Für die anschließende Versorgung können weitere Termine und Folgeverordnungen erforderlich sein. Fragen Sie konkret nach, wer sich darum kümmert. Auch ohne anerkannten Pflegegrad können unter bestimmten Voraussetzungen vorübergehende Unterstützungsleistungen der Krankenkasse infrage kommen.
Wenn die notwendige Versorgung zu Hause noch nicht gesichert ist, teilen Sie das dem Entlassmanagement ausdrücklich mit. Gemeinsam können Alternativen geprüft werden, etwa Kurzzeitpflege oder unter bestimmten Voraussetzungen Übergangspflege. Welche Lösung geeignet ist und wer die Kosten trägt, muss für den Einzelfall geklärt werden.

